• Gut interpretiert, gut interpretierbar

    Gut interpretiert, gut interpretierbar

    My Fair Lady am Landestheater Coburg Das Wichtigste zuerst, eine Frage: Gibt es ein in den letzten – na, sagen wir: 20 Jahren uraufgeführtes Musical, das es an Melodienreichtum und musikalischer Wertigkeit mit dem Klassiker My Fair Lady aufnehmen kann? Gibt es überhaupt ein modernes Musical, das so reich an Schlagern ist wie My Fair…

  • Physisch und geistig bewegt

    Physisch und geistig bewegt

    Mit Lucas Pohle: Richard Wagner in der Bayreuther Stadtkirche Ein Film, also ein Motion Picture, ist ein Bewegungsbild. Dabei kommt es nicht allein auf die Bewegung (der Bilder wie der Zuschauer), sondern auch auf das Bild an – und jedes Bild, das wir uns von einem Genie machen, ist ein persönlich gefärbtes. Man hat in…

  • Ewig jung – und sehr hübsch

    Ewig jung – und sehr hübsch

    Das Johann-Sebastian-Bach-Trio bei Steingraeber Ein Besucher, ausgewiesener Fachmann für die Clavierkunst, nennt es „hübsch“: das Konzert, das wir gerade gehört haben. Hübsch? Also „ganz nett“ und weiter nicht bedeutend? Der Fachmann hat durchaus Recht, wenn man die Urbedeutung des Worts unter die philologische Lupe nimmt. „Hübsch“ kommt vom mittelhochdeutschen hövesch und hüvesch bzw. hübesch, doch…

  • Zwischen Gestern und Heute

    Zwischen Gestern und Heute

    Oxana Yablonskaya und Dmitry Yablonsky im Jüdischen Kulturzentrum Bayreuth Elegant – dieses Wort fällt einem sogleich ein, wenn man Oxana Yablonskaya und ihren Sohn Dmitry zum ersten Mal hört. Elegant – so könnte man auch den Saal bezeichnen, in dem das Gastspiel der beiden Künstler in Bayreuth stattfindet, auch wenn der Raum im neu eröffneten…

  • Alle Fragen offen?

    Alle Fragen offen?

    Jüdische Perspektiven auf Richard Wagner „Um es gleich vorwegzunehmen: Es wäre falsch, Richard Wagner zum Tabu zu erklären. Man stelle sich einmal vor: Opernhäuser verbannen Lohengrin, Tristan und Isolde oder den Ring des Nibelungen aus ihren Spielplänen (…) Wäre das eine gerechte Strafe für seinen Antisemitismus? Oder der richtige Weg, fast 150 Jahre nach seinem…

  • Mit und ohne Zigarette

    Mit und ohne Zigarette

    Max Beckmann und Armand Besch im Bayreuther Kunstmuseum Die Frage bei Beckmann ist ja nur: Mit oder ohne Zigarette? In diesem Fall sehen wir den Meister des spitzen Stifts mit Zigarette, ja: mit einer Zigarettenspitze. Ihr Schatten fällt auf das Kinn, er ist so lang wie der, den der Maler und Zeichner – für viele…

  • Bayreuther Erinnerung und Vorgeschmack

    Bayreuther Erinnerung und Vorgeschmack

    Händels Floridante auf CD Vor einigen Jahren, die Bayreuther Stadtkirche wurde noch generalsaniert, fand in und vor den Gerüsten eines der schönsten Konzerte statt, die man in den letzten Jahrzehnten in Bayreuth erleben konnte: die Arabische Passion. Man hörte also Bachs Johannespassion, doch nicht in der normalen Fassung, sondern ausgeführt von Musikern, die aus ihren…

  • Ein Abend, der sich gwosch‘n hot

    Ein Abend, der sich gwosch‘n hot

    An historischem Ort: Der Ring in einem Aufwasch Den meisten Spaß haben die, die den Ring musikalisch sehr genau kennen – den allermeisten Spaß aber haben jene, die den Ring kennen und zugleich Bayern-Fans sind, womit ausnahmsweise mal nicht die Fans des bekannten Fußballclubs gemeint sind. Also Wagner auf bayerisch, geht das? Es geht sehr…

  • Eine zweite Eröffnung

    Eine zweite Eröffnung

    Wagner und Mahler im Balkonsaal Seine Feuertaufe hat das Friedrichsforum, also die erneuerte und ertüchtigte, erweiterte und verschönerte ehemalige Bayreuther Stadthalle, das vormalige Markgräfliche Reithaus, zwar nicht im Tempo des Pferdegalopp, doch mit einem für Bayreuther Verhältnisse monströsen Konzert. 135 junge Musikerinnen und Musiker saßen da am 17. April 2026 auf der Bühne des Großen…

  • Das große Ganze

    Das große Ganze

    Zum Tod von Peter Gülke Er gehörte zum Typus „denkender Dirigent“. Oder anders ausgedrückt: Er war ein dirigierender Musikwissenschaftler, dessen Anspruch an die Hörer – im Ziel, die Werke ganzheitlich zu verstehen – wohl genauso groß war wie der, den er an sich selbst stellte. Als ideeller Schüler Theodor W. Adornos wusste er um die…