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Bayreuth
Freitag, 19. August 22

Der anthroposophe Wagner

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Isolde

Eigentlich war Isolde von Bülow die Lieblingstochter ihrer Mutter Cosima Wagner. Für ihren leiblichen Vater Richard Wagner war sie sein „wunderliches Wunderkind“. Sie dichtete und komponierte schon als Dreizehnjährige, gestaltete Theaterkostüme, und Malwida von Meysenbug, eine Freundin der Familie, empfahl die Ausbildung ihres „starken hellen Soprans“. Auch Cosima Wagner wollte für ihre Tochter nur das Beste – nämlich eine gute Partie. Die war der Musiker und Dirigent Franz Beidler, den Isolde 1900 heiratete, nicht. Ihm fehle die „vornehme Gesinnung“ – so ihe Mutter die ihn nach guter Zusammenarbeit vom Bayreuther Hügel verbannte, als er sich weigerte, einen Dirigiertermin zu übernehmen. Isolde rächte sich, als sie der Mutter zukommen ließ, ihr Sohn Siegfried sei homosexuell – damals ein schweres Vergehen. Die Folge: Isolde wurde die Herkunft als Tochter Richard Wagners aberkannt und ihr Sohn damit enterbt. Eine beispiellose Schlammschlacht begann.

Eva Rieger: Isolde. Richard Wagners Tochter. Insel Verlag, 2022. 26 Euro

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