Kategorie: Theater

  • Erweitert, poetisiert und vom Kopf auf die Füße gestellt

    Erweitert, poetisiert und vom Kopf auf die Füße gestellt

    „Leonce und Lena“ im Sommertheater der Studiobühne Bayreuth Ist es eine Komödie? Ist es eine Tragödie? Man mag sich an den bekannten Titel einer Erzählung Thomas Bernhardts erinnern, wenn man über Leonce und Lena nachzudenken beginnt. Georg Büchners „Lustspiel“ ist zumindest, wie die Formel zu lauten hat, ein verkehrtes, ja: Es ist eine Komödie der…

  • Ein Ring nach “dem” Ring

    Ein Ring nach “dem” Ring

    Die Studiobühne spielt Necati Öziris Ring des Nibelungen You found the ring that you got und So now it‘s over singen die beiden jungen Frauen, die im Personenverzeichnis als Rheintöchter / Gesang aufscheinen. Das Stück heißt Der Ring des Nibelungen, aber gespielt wird nicht das Drama vom Ring und vom Ende der Götter- und Gibichungenwelt,…

  • Gut interpretiert, gut interpretierbar

    Gut interpretiert, gut interpretierbar

    My Fair Lady am Landestheater Coburg Das Wichtigste zuerst, eine Frage: Gibt es ein in den letzten – na, sagen wir: 20 Jahren uraufgeführtes Musical, das es an Melodienreichtum und musikalischer Wertigkeit mit dem Klassiker My Fair Lady aufnehmen kann? Gibt es überhaupt ein modernes Musical, das so reich an Schlagern ist wie My Fair…

  • Das ist rassig!

    Das ist rassig!

    Studiobühne Bayreuth spielt Brechts Die Hochzeit Das Stück beginnt vor dem Stück, mit einem fröhlichen Hochzeitsmarsch durchs Foyer. Es kann ja nur schief gehen. Um Thomas Bernhardt zu zitieren: Ist es eine Komödie? Ist es eine Tragödie? Die Brecht-Forschung ist sich einig: Unter der Oberfläche des Schwanks erweist sich die titelgebende Feier, so Jan Knopf,…

  • „Das war hübsch“

    „Das war hübsch“

    New Ballets Russes am Staatstheater Nürnberg „An ihrem Maß aber, dem Maß der Haltung von Karl Kraus, wird alle Musik, die nicht die Schönbergsche Konsequenz zieht, mag sie sich neoklassisch (…) gebärden, als konformistisch kenntlich.“ So sah es, in aller Radikalität, der Musikphilosoph, -kenner und -hasser Theodor W. Adorno, und so liest man es seit…

  • Sie brauchen uns nicht…

    Sie brauchen uns nicht…

    Leider wichtig: Miriam V. Leschs Wald in der Studiobühne Gewidmet Katharina Reiche und der Bundesregierung Erst vor einigen Tagen konnte man im Neuneinhalb den Film Silent Friend anschauen. Botanischer Mittelpunkt des in drei Zeiten spielenden Streifens ist ein Gingkobaum, der, schön nachhaltig und schön zufällig gepflanzt in Goethes Todesjahr 1832, im Botanischen Garten zu Marburg…

  • Tanz – aber kein Tanztheater

    Tanz – aber kein Tanztheater

    Richard Siegals Nürnberger Einstand Sagen wir es positiv: Was Richard Siegal, der neue Nürnberger Compagniechef, mit seiner ersten Produktion realisiert hat, ist Tanz, kein Tanztheater. Dass er in enorm große Fußstapfen tritt, nachdem Goyo Montero 17 kurze Jahre lang die Herzen der Nürnberger für das moderne Tanztheater Monteroscher Prägung bewegt hat, versteht sich von selbst…

  • Eine vollkommene Theateraufführung

    Eine vollkommene Theateraufführung

    Oliver Hepp spielt John Clancys Event Auf dem Programm- bzw. Waschzettel der Produktion steht, als dramaturgische Beigabe, lediglich ein kurzes, aus zwei Sätzen bestehendes Zitat. Sie aber gehören zum Wichtigsten, das je über das Theater geschrieben worden ist: Ich kann jeden leeren Raum nehmen und ihn eine nackte Bühne nennen. Ein Mann geht durch den…

  • Hoppelpoppel oder Jean Pauls Zauberland

    Hoppelpoppel oder Jean Pauls Zauberland

    Franzobels Jean Paul-Jubiläumsstück „Wenn du glaubst, ich bin eine von dir erfundene Figur, bist du auf dem Holzweg.“ Die dies sagt, in einem neuen Stück, einem Theaterstück, das sich um einen Autor dreht, der nie ein Theaterstück schrieb, ist Jean Pauls Mutter. Man konnte ihn hören, als es im Sommer 2025 in Wunsiedel uraufgeführt wurde:…

  • Unter dem Sternenhimmel

    Unter dem Sternenhimmel

    Emerich Kálmáns „Bajadere“ im Theater Hof Ich werde den Satz nie vergessen: „Kálmán war ein Genie“. Gesagt hat ihn vor rund 25 Jahren Bónis Ferenc, einer der größten Kenner der ungarischen Musikszene, Gott hab ihn selig, am Rande eines der Salzburger Symposien für (Musik-)Theater. Wir unterhielten uns über die Csárdásfürstin, die ein halbes Jahr zuvor…