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Bayreuth erlebt: Tonbandgespräche mit KS Astrid Varnay

PodcastBayreuth erlebt: Tonbandgespräche mit KS Astrid Varnay

Der hochdramatische Sopran Astrid Varnay (1918-2006)

Die amerikanische Sängerin ung. Herkunft war die Tochter eines Sängerehepaares, das seit 1920 in den USA lebte. Sie erhielt ihren ersten Gesangsunterricht bei ihrer Mutter, später in New York bei Hermann Weigert, den sie 1944 heiratete. 1941 debütierte sie an der Metropolitan Opera in New York als Sieglinde in Die Walküre von Richard Wagner, wobei sie für die erkrankte Lotte Lehmann einsprang. Erst 1948 trat sie erstmals in Europa auf, anfangs an der Covent Garden Opera in London und in Florenz; 1951-68 zählte sie zu den Stammkünstlern der Bayreuther Festspiele. 1952 wurde sie Mitglied der Münchner Staatsoper  und sang vor allem auch in Berlin und Wien. 1970 erhielt sie eine Professur am Düsseldorfer Konservatorium. Varnay zählt zu den herausragenden Wagner-Interpretinnen des 20.Jahrhunderts. (Das neue Lexikon der Musik / Verlag J.B.Metzler)

Astrid Varnay bei den Bayreuther Festspielen

in der Anfangszeit von Neu-Bayreuth ab 1951 war sie eine der Hauptstützen des Bayreuther-Festspiel-Ensembles; man bewunderte sie dort vor allem in den modernen Inszenierungen der Wagner-Opern durch Wieland Wagner. Sie sang in Bayreuth die Brünnhilde (1951-64 und 1966-67), die Sieglinde (1954-55), die Gutrune (1954) und die 3. Norn (1955-56, 1958 und 1967) im Nibelungenring, die Kundry im Parsifal (1962 und 1965-66), die Isolde im Tristan (1952-53, 1963), die Senta im Fliegenden Holländer (1955-56, 1959) und die Ortrud im Lohengrin (1953-54, 1958, 1960, 1962 und 1967). 

Gespräch Astrid Varnay 23’35”

Als Wieland Wagner einmal auf die Kargheit seiner Bühnenausstattung für den “Ring des Nibelungen” angesprochen wurde, sagte er: “Wozu brauche ich einen Baum auf der Bühne, wenn ich eine Astrid Varnay habe.”

2018, zum 100.Geburtstag der Sängerin, lasen wir u.a. folgende Zeilen auf der Internetseite von BR-Klassik: Betrat sie die Bühne, beherrschte sie sie. Für Astrid Varnay hätte der Begriff der Bühnenpräsenz erfunden werden müssen. Mimisches, Gestisches, Körpersprachliches sorgte bei der Varnay für Elektrizität. „Neu-Bayreuth“ wäre ohne sie nicht gewesen, was es war.

Bayreuth erlebt, Tonbandgespräche mit Astrid Varnay

wurde am 11.August 1997  in Bayreuth aufgezeichnet. Damals hat Frau Varnay in der früheren Buchhandlung Gondrom ihre eben erschienenen Memoiren „Hab mir’s gelobt“ vorgestellt und signiert. Das Gespräch wurde vor einem zahlreichen Publikum aufgezeichnet, mit am Tisch sass auch Frau Verena Lafferentz, eine Tochter von Siegfried und Winifred Wagner.

Eine Erinnerung an bewegte Zeiten in Bayreuth

Auf Seite 264 ihrer Memoiren, die vom Henschel Verlag Berlin 1997 veröffentlicht wurden, schreibt Frau Varnay folgende Begebenheit:

In diesem Ring (Frau Varnay spricht von der Ringaufführung im Rahmen des 80.Jahrestages der Eröffnung der Bayreuther Festspiele) alternierten Martha Mödl und ich als Brünnhilde und dritte Norn.

In der letzten Götterdämmerung der Saison kam ich in die Situation, meinen ersten und einzigen Auftritt als Verwandlungskünstlerin absolvieren zu müssen. Martha Mödl war kurz vor der Vorstellung, in der sie als dritte Norn besetzt war, indisponiert geworden, und die Festspielleitung fragte mich vorsichtig, ob ich für sie übernehmen würde. Ich bekam einen Gazeschleier, um meinen Kopf und mein Gesicht zu bedecken, nebst einem Umhang mit Druckknöpfen an der Rückseite, um mein Brünnhilde-Kostüm zu verbergen. Nachdem ich mit der Nornenszene fertig war, musste ich im Schummerlicht für den Kostümwechsel im Eiltempo eine Treppe hinunterlaufen. Während die Friseuse vorsichtig den Gazeschleier entfernte und meine Perücke richtete, riss Wolfgang Windgassen – er, der Herrlichste von allen! – die Druckknöpfe meines Umhangs auf. Und schon musste ich die Treppe wieder hinaufhasten, mit Windgassen im Schlepptau, um mit „Zu neuen Taten, teurer Helde“ zu beginnen.

Die Tarnung funktionnierte so gut, dass nur wenige Leute den Wechsel bemerkten. Ich aber hoffte, diese tour de force nie mehr wiederholen zu müssen.

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