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Freitag, 19. August 22

Tschechien: Quinauer Musikfesttage

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Zum 80ten Geburtstag von KS Bernd Weikl am 29. Juli

Bayreuther FestspieleZum 80ten Geburtstag von KS Bernd Weikl am 29. Juli

In freundschaftlicher Verbundenheit von Raymond Tholl *

„komm wir küssen Cosima“…. lieber Bernd, dieser Satz aus Deinem Mund vor dem Bildnis der „hohen Frau“ an der Wand im Pressebüro des Bayreuther Festspielhauses war sozusagen der Auftakt zu unserem ersten Rundfunkgespräch 1987!

Du hast einen hochkarätigen Hans Sachs gesungen, eingebettet in das Gesamtkunstwerk der damaligen Wolfgang Wagner Meistersinger-Inszenierung. „Immer schustern, das ist nun mein Los“, die Rolle des Schusterpoeten hat von da an Dein ganzes Sängerleben erfolgreich begleitet und Dir weltweit Ruhm und Ehre gebracht . Gerne erinnere ich mich an die Sendung die wir 1990 im RTL-Studio in Luxemburg aufzeichneten. Damals überraschte ich Dich mit einer Einspielung von Wolfgang Wagner :

Ich kann nur unterstreichen, dass Bernd Weikl ein Glücksfall für Bayreuth ist, und die vielen Jahre die wir schon zusammenarbeiten, es wird in diesem Jahr das 18te sein. Das ist ja immerhin für einen Sänger in einer Festspielstadt eine aussergewöhnliche lange und erfolgreiche Zeit. So war es ab 1981 ein besonderes Ereignis, dass ich mit ihm zusammen den Sachs erarbeiten konnte. Diese Meister-singeraufführung hat zuletzt dank seiner Gestaltung des Sachses eine besondere Aussage in sich gehabt…“.

Eher selten entwickelten sich in meinem 50jährigen Rundfunkleben Freundschaften zwischen meinen Interviewpartnern und mir. Unsere damalige Bayreuthbegegnung hat eine jahrzehntelange Freund- schaft zur Folge, in die ich auch Nicole, meine Frau miteinschliesse.

Lieber Bernd, Du hast uns mit Deiner Gesangskunst unvergessliche Opern-, Konzert- und Lieder-abende beschert. Sie sind kostbare Geschenke die wir in unserem Gedächtnis aufbewahren. Dein Bayreuther Amfortas war stets eine Offenbarung, Dein Wolfram in Tannhäuser kann man angehenden Sängerkollegen Deines Fachs als Empfehlung mit auf den Weg geben.

Der eindringlichste, packendste Jochanaan-Ruf aus der Salome-Kerkerzisterne heraus kam stets aus Deinem Mund. Das abgetrennte Haupt Jochanaans durften wir in Deiner Wiener Wohnung anschauen, ehe es die Reise an den Grossen Arber antrat. Du hast uns mitgenommen auf Schuberts „Winterreise“, wie z.B. in Luxemburg auf Schloss Bourglinster. Wir waren im Bayerischen Wald, in Bodenmais, wo Du der bekannteste unter den zahlreichen Weikls bist, und wo man sich heute Dein Lebenswerk im Museum anschauen kann. Chapeau, besonders auch vor Deinem kämpferischen Einsatz für Kunst, Gesang und Musik zum Wohle der Gesellschaft, so wie es auch der grosse Yehudi Menuhin tat. Eine Herzensangelegenheit von Dir, oft auch Thema in unseren gemeinsamen Radiogesprächen.

Mit KS Bernd Weikl in Dresden 2003

„Wolkenstein“, die Oper die Dir Wilfried Hiller und Felix Mitterer auf den Leib schrieben, haben wir mit Spannung erwartet und mit grossem Interesse am 6.März 2004 in Nürnberg als Uraufführung in der Percy Adlon – Inszenierung erleben dürfen. Ich weiss wie sehr Du dich im italienischen Fach wohlgefühlt hast, das Dir gesanglich und schauspielerisch genau so lag wie die deutsche Oper von Wagner, Strauss oder Pfitzner.

Einen herausragenden Karriereschluss gelang Dir mit Verdis Alterswerk ‘Falstaff’, das Du erfolgreich in Kaiserslautern als Regisseur und Protagonist auf die Bühne brachtest um sich danach mehr und mehr als Autor zu betätigen.

Die Abende nach Vorstellungen liessen wir meist in geselliger Runde ausklingen, unterhielten uns, diskutierten über Gott, die Welt und immer wieder über die Kunst, die Zukunft der Oper usw., sassen stundenlang beisammen wie einst in Prag im ‘U Fleku’ bei würzigem Dunkelbier.

Es ist jedesmal eine Freude dich wiederzusehen oder Deine Stimme am Telefon zu hören.

Lieber Bernd, ein grosses Dankeschön für all’ die bisherigen langen Jahre Deiner Freundschaft.

Dieser 29.Juli ist Dein Ehrentag. Wir gratulieren herzlichst! Ein Toast auf dich wäre jetzt angebracht mit einem Glas Champagner von feinstem „Moët & Chandon, halb herb und halb süss“ auf eine zukünftig gute Zeit.

* Raymond Tholl, Musikjournalist, gestaltete von 1964 bis 2014 Sendungen u.a. für RTL-Klassik und das Luxemburger Kulturradio.


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