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Bayreuth
Freitag, 9. Dezember 22

War hier: Ingeborg Bachmann

Sie war eines der wenigen Genies der...

Hurra, wir leben noch!

Alles wird gut. So lautete die Überschrift...

Fanny Lewald

Es ist dafür gesorgt, daß die Bäume...

Weinseelig lesend

AbschweifungenWeinseelig lesend

Büchergilde Weingalerie: 2020 Markelsheimer Probstberg Riesling Kabinett trocken

Wenn auch vieles in meiner Generation schlechter zu sein scheint, der Riesling ist es sicher nicht. Die betagteren unter uns werden sich an die süße Plörre erinnern, die vor Jahrzehnten unter diesem Namen ausgeschenkt wurde. Riesling wurde als Alternative zum Likörchen genossen: Süß und bekömmlich diente er dem Wohlbefinden des anspruchslosen Gaumens. Diese Zeiten sind zum Glück lange vorbei. Die Gewächse mit komplexen Geschmacksnoten sind trocken ausgebaut und Begriffe wie Terroir und Mineralität dominieren die Verkostungen. Manche halten das für reichlich gestelzt und übertrieben, ich finde es prima. Die Nomenklatur bietet die Möglichkeit, die feinen Nuancen des Geschmacks präzise zu beschreiben und erweitert damit den Horizont eines jeden Weinliebhabers. Zu diesen zählt auch die Büchergilde Gutenberg, eigentlich bekannt für wunderbar illustrierte und bibliophile Ausgaben von Büchern, die mit der Büchergilde Weingalerie den konsequenten Schritt vom Buch zum Wein unternommen hat. Denn was gibt es Schöneres, als eine gute Lektüre mit einem guten Tropfen zu genießen? Die Weinauswahl der Büchergilde Weingalerie ist nicht groß, aber fein und die Etiketten sind individuell illustriert von Sebastian Rether. Der von mir verkostete 2020er Riesling Markelsheier Probstberg Württemberg besticht durch eine Zeichnung Weintrinkender und Lesender unter einem Olivenbaum. Ein guter Anfang. Im Glas zeigt sich eine hellgelbe Farbe, die wunderbar silbrig schimmert. Sofort steigen einem Nuancen von Apfel und grünem Pfeffer in die Nase. Das verspricht frisches Vergnügen. Der erste Schluck entfaltet eine feine Säure, die Apfelnote ist deutlich zu schmecken und wird ergänzt von zarter Ananas. Im Abgang ist der Wein leicht süß und wird begleitet von einer angenehmen Bitterkeit, die dem Ganzen schöne Würze verleiht. Ein schöner, frischer Wein, der auch deftige Speisen gerne begleitet. Auf in den Sommer. 

Weiterschmökern

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