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Montag, 27. Mai 24

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War hier: Heimito von Doderer

War hierWar hier: Heimito von Doderer

Mit der Strudlhofstiege schrieb er sich in die österreichische Weltliteratur ein. Heimito von Doderer verfasste einen jener vielzitierten und vornehmlich von austriacensischen Heimitisten gelesenen Romane, die in einer eigenen Dichtersprache eine ganze Epoche abzubilden vermögen. Als er sieben Jahre nach der Publikation seines bekanntesten Werks am Montag, dem 19. Mai 1958, nach Bayreuth reiste – das Tagebuch hält leider nur den schmallippigen, nur ein wenig doderesken Eintrag „Nürnberg-Bayreuth (en route)“ fest –, besuchte er die Arbeits- und Produktionsstätte eines anderen großen Autors. Doderers Freund und Kollege Albert Paris Gütersloh sagte kurz darauf zu Doderer, dass der Besuch in Jean Pauls Laube im Garten in der Friedrichstraße 5 einer Inthronisation gleich gekommen wäre. Hat Doderer hier auch, wie Philipp Hausser, der Besitzer des Jean-Paul-Hauses schrieb, gesessen und gearbeitet? Wir wissen es nicht, aber wir können annehmen, dass der Roman, den Doderer damals unter den Fingern hatte, ein wenig von der Inspiration profitierte, obwohl er bereits seit Jahren an dem schwer satirischen Buch gearbeitet hatte. Die Merowinger oder Die totale Familie, spielend in einem imaginären Mittelfranken, erinnerte denn auch manch Rezensenten an den Bayreuther Schriftsteller, ja: Doderer sei ein „bewusster Nachfahre eines Jean Paul“. Doderer, der seinerzeit nicht nur in Wien, sondern zeitweise auch in Landshut lebte, hat Bayreuth 1958 noch ein zweites Mal besucht. Am 20. Juni sah ihn von Neuem die Stadt – und Winifred Wagner. Nur schade, dass uns der wortmächtige und bisweilen böse Dichter kein Porträt der Grand old Lady von Bayreuth überliefert hat. Es würde uns sicher immer noch amüsieren.

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