Boom boom boom boom… In der Tat: Es beginnt auf der Black Street mit boom boom boom, aber die Bayreuther Jungs können auch anders. Nicht, dass Valentin Weintritt, Dominik Adler, Jonas Kuhn, das Trio der rollenden Schokoladen-Band, Spezialisten für softe Balladen wären, gewiss nicht, aber wer sich so schön, immerhin 30 Sekunden kurz, mit einem Blues in Escape begibt, mit einer Coolness sondergleichen Jump this train tonight beginnt und einem Mundharmonika-Solo (Toots Thielemans lässt grüßen) Split through the cracks eröffnet, hat ein bisschen mehr zu bieten als den Folk- und Punkrock, der den schönsten Soundtrack zu einem US-amerikanischen Spielfilm der späten Siebziger abgeben könnte. Wer bei Cherry love genauer in den Hallraum hineinhört, vernimmt gelegentlich einen schönen Dauergrundsound, ansonsten herrscht ein Garagenrock vor, der so unaufgeregt daherkommt wie Everybody‘s gotta live – mit wenigen Akkorden und einem Tempo und Rhythmus lässt sich gute Musik machen, die uns am Ende (Egg sunny side up) zu einer Fahrt in einen ewigen Sonnenuntergang begleitet, diesmal und endlich ausgedimmt, denn es kann nicht anders sein in der Welt des gezähmten Protests, der inzwischen aus Spaß an der Freud aus dem Studio tönt. Integral dazugehörend im auch äußerlich perfekten (kein Wunder: audiotransit) Produkt: die Silberscheibe, Egg sunny side up, in Pappe gehüllt, versehen mit entzückenden Popzeichnungen und dem Logo der Schokofabrik, in dem sich die drei Musiker 2014 beim Skaten begegneten, um nie wieder auseinander zu gehen: Move on, selbst, wenn‘s auf einer schwarzen Straße ist.
Label: audiotransit.
Frank PIontek
