• Die „Wunderharfe“ in einer Wagner-Stadt

    Die „Wunderharfe“ in einer Wagner-Stadt

    Die Sächsische Staatskapelle zu Gast im Wiener Musikverein Wien ist eine Wagner-Stadt. Hier versuchte Richard Wagner den Tristan an der Hofoper uraufführen zu lassen, hier wohnte er, ein wenig an den Meistersingern komponierend, ein Jahr lang, und hier fand er seine Bayreuther Brünnhilde Amalie Materna, auch, mit Antonie Amann, eine reizende „kleine“ Walküre (wohnhaft Papagenogasse…

  • Keine Frage der Fassung

    Keine Frage der Fassung

    Glucks „Orpheus und Eurydike“ im Markgräflichen Opernhaus Bewahren Sie die Fassung! Den Satz möchte man denen zurufen, die am Abend meinen (Meinen ist in Kunstdingen nicht verboten), dass die Instrumente „zu historisch“ seien. Man kann, ja muss man da widersprechen, denn die Fassung von Christoph Willibald populärster Oper, die die Intendanz der Gluck-Festspiele in das…

  • Macht, Mythos und Musik

    Macht, Mythos und Musik

    Bernd Buchner stellte sein Wagner-Buch vor Wagners Welttheater – so heißt das Buch, das der Historiker Bernd Buchner kürzlich vorgelegt hat: eine „Geschichte der Bayreuther Festspiele zwischen Kunst, Politik und Religion“, die in einer ersten Fassung bereits 2013 veröffentlicht wurde. Nur waren in der Zwischenzeit so viele jüngere Dokumente aus den Archiven des Wagner-Clans zugänglich…

  • Ein Ring nach “dem” Ring

    Ein Ring nach “dem” Ring

    Die Studiobühne spielt Necati Öziris Ring des Nibelungen You found the ring that you got und So now it‘s over singen die beiden jungen Frauen, die im Personenverzeichnis als Rheintöchter / Gesang aufscheinen. Das Stück heißt Der Ring des Nibelungen, aber gespielt wird nicht das Drama vom Ring und vom Ende der Götter- und Gibichungenwelt,…

  • “Er ist ein edles Kunstwerk”

    “Er ist ein edles Kunstwerk”

    Wagners Steinway in Wahnfried Festgruss aus Steinway Hall an Richard Wagner – der Titel des Instruments, das der Festspielleiter und Nibelungen-Komponist im Sommer 1876 geschenkt bekam, prangt immer noch über den Tasten. Der Steinway im Salon von Haus Wahnfried ist bekannt und, seit er seit 1999 regelmäßig gespielt wird, ein beliebtes Instrument, von dem man…

  • Gut interpretiert, gut interpretierbar

    Gut interpretiert, gut interpretierbar

    My Fair Lady am Landestheater Coburg Das Wichtigste zuerst, eine Frage: Gibt es ein in den letzten – na, sagen wir: 20 Jahren uraufgeführtes Musical, das es an Melodienreichtum und musikalischer Wertigkeit mit dem Klassiker My Fair Lady aufnehmen kann? Gibt es überhaupt ein modernes Musical, das so reich an Schlagern ist wie My Fair…

  • Physisch und geistig bewegt

    Physisch und geistig bewegt

    Mit Lucas Pohle: Richard Wagner in der Bayreuther Stadtkirche Ein Film, also ein Motion Picture, ist ein Bewegungsbild. Dabei kommt es nicht allein auf die Bewegung (der Bilder wie der Zuschauer), sondern auch auf das Bild an – und jedes Bild, das wir uns von einem Genie machen, ist ein persönlich gefärbtes. Man hat in…

  • Ewig jung – und sehr hübsch

    Ewig jung – und sehr hübsch

    Das Johann-Sebastian-Bach-Trio bei Steingraeber Ein Besucher, ausgewiesener Fachmann für die Clavierkunst, nennt es „hübsch“: das Konzert, das wir gerade gehört haben. Hübsch? Also „ganz nett“ und weiter nicht bedeutend? Der Fachmann hat durchaus Recht, wenn man die Urbedeutung des Worts unter die philologische Lupe nimmt. „Hübsch“ kommt vom mittelhochdeutschen hövesch und hüvesch bzw. hübesch, doch…

  • Zwischen Gestern und Heute

    Zwischen Gestern und Heute

    Oxana Yablonskaya und Dmitry Yablonsky im Jüdischen Kulturzentrum Bayreuth Elegant – dieses Wort fällt einem sogleich ein, wenn man Oxana Yablonskaya und ihren Sohn Dmitry zum ersten Mal hört. Elegant – so könnte man auch den Saal bezeichnen, in dem das Gastspiel der beiden Künstler in Bayreuth stattfindet, auch wenn der Raum im neu eröffneten…

  • Alle Fragen offen?

    Alle Fragen offen?

    Jüdische Perspektiven auf Richard Wagner „Um es gleich vorwegzunehmen: Es wäre falsch, Richard Wagner zum Tabu zu erklären. Man stelle sich einmal vor: Opernhäuser verbannen Lohengrin, Tristan und Isolde oder den Ring des Nibelungen aus ihren Spielplänen (…) Wäre das eine gerechte Strafe für seinen Antisemitismus? Oder der richtige Weg, fast 150 Jahre nach seinem…