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Bayreuth
Sonntag, 2. Oktober 22

Erinnerungen an Karl Müssel (1922-2008)

In meiner Anfangszeit an der Universitätsbibliothek Bayreuth lernte...

Berg- und Musikwelten

Über alle Berge – wer möchte das...

War hier: Robert Schumann

Er war ein glühender Jeanpaulianer. Nicht nur,...

Handwaffenbüchlein

Das Gute BuchHandwaffenbüchlein

Die unbändige Flut an Nachrichten über zahlreiche unterschiedliche Kanäle überschwemmt uns. Es sind Nachrichten, die teilweise sehr wichtig für uns sind und die uns persönlich betreffen. Und es sind Informationen, die überhaupt nichts mit unserem Leben oder mit unserem Umfeld zu tun haben. Informationen, die vor allem von den wichtigen Dingen ablenken. Letztere sind nicht nur überflüssig, sondern können uns schaden. Dem Einzelnen genauso wie der ganzen Gesellschaft. Denn wenn wir aufgrund unwichtiger Nachrichten das Bedeutsame aus dem Auge verlieren, ist keinem geholfen. Was also tun? Es ist ja nicht so, dass wir nicht die Wahl hätten. Jeder von uns kann das Radio abschalten, kann die Newsticker ausblenden und die Online-Zeitungen ungeöffnet lassen, vor allem die sozialen Medien ignorieren. Nichts einfacher als das, möchte man meinen. Aber so ist es nicht. Der Nachrichtenwahn ist stark geworden. Es handelt sich faktisch um eine Abhängigkeit. Es ist wie mit dem Pawlowschen Hund. Sobald die Glocke klingelt, entsteht der unbedingte Drang nach Nachrichtenfutter. Diese Konditionierung hat dazu geführt, dass wir uns durch Neuigkeiten tatsächlich belohnt fühlen. Auch wenn Sie grausam und fürchterlich sind. Die Verhaltensanalyse hat diesen Prozess ausführlich bewiesen. Die Abhängigkeit von diesen Nachrichten hat aber zur Konsequenz, dass wir nicht mehr unterscheiden zwischen dem, was uns betrifft, und dem, was für unser Leben völlig unerheblich ist. Diese Differenzierung aber ist wichtig. Nur wenn wir sie wahrnehmen, ist es möglich, dass wir uns auf Dinge konzentrieren, die wir beeinflussen können. Gerade jetzt ist dieser Fokus essentiell. Will man anderen Menschen eine Hilfe sein, muss man selbst gefestigt sein, stark, einen langen Atem haben, sonst wird die Hilfe schnell verpuffen. Es gibt einen Philosophen, der uns dabei ein wenig helfen kann. Epiktet. Er lebte, griechischen Ursprungs, kurz nach Christus in Rom. Sein kleines Werk Encheiridion ist in einer wunderschönen Ausgabe in der Bibliothek der Weltweisheit erschienen. Die folgende Erklärung findet sich hier im Anhand: „Der griechische Titel ist absichtlich doppeldeutig. Er bedeutet Handbüchlein, das man stets zur Hand haben muss, um ein erfülltes, glückliches Leben im Sinne der stoischen Philosophie führen zu können, und Handwaffe, mit der man sich in jeder Lebenssituation gegen Gefährdungen erfolgreich verteidigen kann.“ Diese Abwehr gegen die Verunsicherung kann uns und denen, die uns jetzt brauchen, nur recht sein. 

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