Als der bayerische König Ludwig I. 1841 den Bayreuthern ein Denkmal des Dichters Jean Paul schenkte, dürfte es nicht gar so viele Einwohner gegeben haben, die ein Künstlermonument wahnsinnig wichtig fanden. Ludwig aber war der Überzeugung, dass jeder der fünf bayerischen Kreise mit einem charakteristischen Standbild, das an eine herausragende Persönlichkeit erinnern sollte, bedacht werden müsste. Noch heute kann man sie in Erlangen, Bamberg, Augsburg, Würzburg und Bayreuth sehen. Haben es die Bayreuther als besondere Auszeichnung empfunden, mit einem Kulturobjekt beschenkt zu werden? Und haben sie begriffen, was es bedeutet, auch noch nach einem Jahr eine Gratiszeitschrift in die Hände zu bekommen, in der die Bayreuther Kultur die Hauptrolle spielt? Was beispielsweise heißt, dass hier an jene bekannten und weniger bekannten, aber wichtigen Persönlichkeiten erinnert wird, die wenigstens einmal durch die Stadt kamen, dass hier – wo gibt‘s das sonst noch? – sämtliche Alben vorgestellt werden, die in der Stadt und / oder mit echten Bayreuther Künstlern neuerdings produziert werden, dass hier auf bekannte, aber kaum gekannte und herausragende Bauwerke aufmerksam gemacht wird etc. Der Bayreuther Kulturbrief war 2021 tatsächlich die einzige Bayreuther Zeitschrift mit Terminkalender (heute aus bekannten Gründen ohne Termine), die seit Januar stets monatlich herauskommt, um den Bayreuthern und den Menschen in der Umgebung zu zeigen, dass es sich aus bestimmten Gründen lohnt, hier zu leben, Stadt und Region mit offenen Sinnen für die Gegenwart und die Vergangenheit wahrzunehmen und, ganz jeanpaulisch, zu genießen. Ludwig I., lebte er noch, hätte uns mindestens einen herzlichen Gruß gesandt – so wie wir, Benjamin Breuer und ich, Ihnen erst einmal einen schönen Dezember wünschen.
