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Donnerstag, 25. Juli 24

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Ein Abschied

PräludiumEin Abschied

Jeder ist ersetzbar. Das ist so ein Spruch aus der Mottenkiste des schlechten Gewissens. Dabei erinnert man sich noch nach vielen Jahren an Freunde, Weggefährten, Künstler, die einen längere Zeit begleitet haben. Nun ist einer von ihnen, viel zu früh, gegangen. Dominik Kern gehörte zum Führungsteam der Studiobühne Bayreuth, er war ein großartiger Schauspieler, der sowohl den zynischen französischen Spieler in Minna von Barnhelm wie den Esel in einem Kinder-Weihnachtsstück kongenial verkörperte. Er war ein großartig herrischer Wotan in einer Ring-Paraphrase Uwe Hoppes, aber auch ein köstlicher Chansonnier und, da spielte er noch im Schultheater im MWG, der Diderot in Enzensbergers Menschenfreund. Er war auch und besonders ein Regisseur, der seine Stücke zunächst im Stil des Commedia dell‘arte-Theaters entwickelte, was bewegende Momente nie ausschloss, sondern beförderte: Shakespeares Zwei Herren von Verona, Kleists Amphitryon, Labiches Sparschwein, Ionescos unvergesslich komische Kahle Sängerin – aber auch, es verwunderte nicht, Tschechows Kirschgarten, den Kern so innig und so genau inszenierte, dass man einige Augenblicke vergaß, dass der junge Mann sich doch „eigentlich“ eher auf offensichtlich komische Komödien verstand. Dass der Autor die Geschichte der Ranewskaja und ihres Gartens selbst als Komödie empfand: es wurde von Kern mit sicherster Hand realisiert, ohne die Tragödie hinter all dem zu bagatellisieren. Er war auch und besonders ein liebenswürdiger und scharfzüngiger, ironischer und warmherziger Mensch. Nun ist er mit 40 Jahren, nur wenige Stunden nach der Premiere von Ophelias Schattentheater, am 15. Januar in eben dieses Theater gegangen. 

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