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Sonntag, 2. Oktober 22

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Die tiefe Wahrnehmung aller Beteiligten

Bayreuther FestspieleDie tiefe Wahrnehmung aller Beteiligten

Ein Interview mit Ina Besser-Eichler

Liebe Frau Besser-Eichler, was ist Ihre Aufgabe als Geschäftsführerin der Gesellschaft der Freunde?

Meine Hauptaufgabe ist die der Mitgliederbetreuung. Es ist mein Ziel, den Aufenthalt für die Mitglieder so angenehm wie möglich zu gestalten. Unsere „Freunde“ sind Mäzene und verdienen hervorragenden Service für den Bayreuth-Aufenthalt. Ein Beispiel: Bei uns erhalten die Mitglieder echte, gedruckte Karten, ohne dass diese personalisiert sein müssen. In meiner Funktion gehe ich außerdem auf ganz individuelle und persönliche Ansprüche der Gäste ein. Wenn Frau Müller Sorge wegen ihrer Klaustrophobie hat, organisieren wir einen Platz ganz am Rande des Parketts. Wir beraten unsere Mitglieder bei der Auswahl der einzelnen Produktionen und fachsimpeln über die Festspiele. Natürlich wird erwartet, dass uns die Opern und Inszenierungen bekannt sind, manchmal geht es aber auch einfach darum, einen lockeren Schwatz zu halten.

Wann sind Sie das erste Mal der Musik Richard Wagners begegnet?

Als Schülerin. Wir hatten einen tollen Musiklehrer, der auch im Chor des Dorfes aktiv war. Und so sangen wir im Unterricht viel. Hier kam ich mit Wagner in Kontakt, weil der Lehrer uns Ausschnitte vorspielte. Natürlich vorrangig die Chorstücke. Und obwohl ich Wagners Musik liebe, war meine erste Oper der Freischütz. Ein wundervolles Erlebnis in der Semper-Oper in Dresden.

Und heute? Welche Stücke aus Wagners Werk liegen Ihnen besonders?

Interessanterweise nach wie vor die Chor-Stücke. Meine Highlights sind der Beginn im Rheingold und das Ende des Tristan. Bei Letzterem bin ich in den letzten Minuten stets nah an den Tränen. Und natürlich Lohengrin wegen der wunderbaren Chor-Passagen. Hier entsteht dieses erhabene Gefühl „und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser“. Dafür kann ich mich begeistern. Und im Festspielhaus überträgt sich diese tiefe Wahrnehmung auf alle Beteiligten. 

Auf welchen Moment im Jahr freuen Sie sich am meisten?

Auf die Ankunft der Mitglieder. Wir arbeiten so lang auf diesen Moment hin und da gibt es nichts Schöneres, als wenn es endlich wieder losgeht. Aber im Grunde ist die ganze Festspielzeit besonders. Allein jeder Zyklus ist anders. Zu Beginn ist es in der Pause noch hell und es herrscht in der Pause sommerliche, gelassene Stimmung. Gegen Ende ist es dann bereits dunkel und die Atmosphäre ist besinnlicher. Man schwebt auf dieser Welle im Bewusstsein, an etwas Besonderem teilzuhaben. 

Was unternehmen Sie, wenn der ganze Trubel vorbei ist?

Zuhause klar Schiff machen und dann in den Urlaub! Ich bin froh, wenn mir jemand anderes das Frühstück zubereitet. Viel Zeit bleibt aber nicht. Denn Ende September erreichen uns schon wieder die Kartenwünsche für das nächste Jahr. 

Haben Sie vielen Dank für das Gespräch.

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