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Montag, 17. August 26

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Das 76. Festival junger Künstler

Resonanz, das Wort könne man, sagt Fredrik Schwenk, auch variieren: Raison/anz – was heißt, dass der emotionale Mitschwingvorgang von Grund auf vernünftig ist.

Also die PK, die Pressekonferenz des Festivals junger Künstler, bei der der Besucher resp. die Besucherin sogleich mitschwingen, wenn die schönsten, wichtigsten und überraschendsten Formate kurz vorgestellt und beworben werden. Indem man, so Thammer, an die letzten 75 Jahre, also an die Tradition des Festivals anknüpft, erobert man sich neues Terrain: diesmal mit einem türkischen Symphonieorchester. Hier war, sagt die Intendantin, sagt auch Fredrik Schwenk, angesichts des auf den ersten Blick und für westliche Augen merkwürdig anmutenden Mischprogramms „interkulturelle Kompetenz“ gefordert. Wir lernen: nichts ist selbstverständlich, nicht einmal bei einem Festival, das mit interkulturellen Begegnungen ja nun wirklich reiche Erfahrungen gemacht hat. Man darf also sehr gespannt sein auf das Konzert, das das Turkish National Youth Philharmonic Orchestra am 5. August in einen zentralen Bayreuther Aufführungsort, also das Friedrichsforum, bringen wird.

Was sonst noch herausragt, ist so vielfältig wie die „Jugendkulturen“ dieser Welt. Hier das Orff-Projekt (man erfährt in Privatgesprächen, wie aufwendig, also gleichfalls alles andere als selbstverständlich, die Organisation einzelner Orff-Instrumente war) – dort das Kompositionsprojekt, das inmitten der gerade eröffneten Antoine-Wagner-Ausstellung bei Steingraeber stattfinden wird: mit einer Komposition für vier Klaviere. Danach soll es ein Gespräch mit „den Grünen“ geben. Natur und Kunst bleiben auch und gerade auf politischer Ebene ein zentrales Anliegen des Festivals. Hier das KARMA-Barbershop-a-capella-Vokalquartett, das zwischen den Gattungen vermittelt, dort ein Programm, das Barockmusik in jedem Sinn natürlich vermittelt: Flora incognita, da geht es, und wieder denke ich an Sophia Schambecks Bayreuther Konzerte, um „Natur im Barock“. Nicht erst im 17. Jahrhundert hat man Natur in Klänge übersetzt, nun geht es, in Schwenks Workshop, um die Frage, wie Bilder, die Wagner sich von der Natur gemacht hat, in Musik übersetzbar sind. Das war, sagt er, nicht einfach – gut so, denn das Einfache ist ja manchmal das Gegenteil vom Guten, abgesehen vom Komplizierten, das schön ist, weil es uns fordert: so wie die Festivalleitung, die auch in diesem Jahr interkulturelle Kompetenzen vertieft hat.

Ist das natürlich? Gewiss – für das Festival junger Künstler und sein so wichtiges Leitbild in Zeiten der extremen Unübersichtlichkeit. Wichtig – und vernünftig.

Frank Piontek

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