Kategorie: Klassische Musik
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Die Stille zwischen den Stücken
Iarina Mărgărits Liszt-Wagner-Matinée Dass zwischen den einzelnen Stücken, die im ersten Teil des Programms erklingen, nicht geklatscht wird, ist ausnahmsweise ein gutes Zeichen. Oder anders: Die Mitglieder des Nürnberger Wagner-Verbandes, der das Konzert arrangierte, und die anwesenden Gäste, haben schon schnell begriffen, dass man nicht zwanghaft nach jedem Stück applaudieren muss – auch wenn’s gut…
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In jedem Sinn bewegend
Affetti musicali nello spazio beim Bayreuther Festival junger Künstler Wer Ophelia Flassigs Konzept-Performance-Theater-Konzerte besucht, kann sicher sein, auf das Motto der 75. Ausgabe des Bayreuther Festivals junger Künstler zu stoßen, das da lautet: „E:motion“. Emovere, das heißt „herausbewegen“. Movere ist also „bewegen“ – und bei Flassig wird sich wahrlich bewegt. Schon im letzten Jahr feierte…
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Goldene Klänge für Trompete und Sopran
Versunkene Schätze beim Festival junger Künstler Bayreuth Die Kirche ist wieder voll – rappelvoll. Auch der OB ist da, das hat was zu sagen. Sissy Thammer nennt’s „eines der wichtigsten Konzerte des Jubiläumsfestivals 2025, oder kürzer: „Emotion pur“. Denn wieder trifft man den Geschmack des Publikums, wenn Trompeter auf eine Orgel, ein Streichsextett auf einen…
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Epochal? Epochal!
Chorkonzert des Festivals junger Künstler in der Bayreuther Stadtkirche Wieso kriegt man plötzlich sogenannte tiefe Gefühle? Liegt’s am gewaltigen Orgel-Einsatz, mit dem das erste Stück beginnt? Oder am seraphischen Gesang? Wohl an Beidem – am meisten aber liegt’s wohl am Gesang. Denn die vereinigten Chöre der Makedonier und der Rumänen schollert nicht allein gewaltig, auch…
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Und das alles barrierefrei
Silke Aichhorn und Lisa Wellisch beim Festival junger Künstler Zuversicht in dunklen Zeiten – so heißt ein Radio-Feature, das am nächsten Abend im Deutschlandfunk ausgestrahlt wird. Frohlocken, Frohlocken – dieser Ausruf aus dem Münchner im Himmel fällt einem ein, wenn man den Titel der Veranstaltung Lebenslänglich frohlocken liest, aber sie reizt höchstens zum Lächeln und…
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O tuneful voice… oder: Die melodische Stimme
Miriam Kutrowatz und Andreas Fröschl bei den Wahnfried-Konzerten 2025 „O tuneful voice“… Der Beginn könnte kaum besser gewählt sein – denn hat Miriam Kutrowatz nicht eine „melodische Stimme“? Sie ist die Tochter des Pianisten Eduard Kutrowatz, Halbteil des pianistischen Bruderpaars Kutrowatz, das in Bayreuth auftrat, als sie 14 Jahre jung war. Damals spielte man im…
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Eine Stimme zum Verlieben
Marlis Petersens „Blüten der Liebe“ im Markgräflichen Opernhaus Sie hat eine Stimme zum Verlieben. Sie beginnt mit Meine Rose. Einst war sie, das ist über 30 Jahre her, eine Blume in Bernhard Sinkels unvergesslicher Nürnberger Parsifal-Inszenierung. Dann war sie die Berg’sche Höllenrose, also die Lulu, mit der sie jahrelang internationale Erfolge feierte. Am Ende des…
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Ein schöner Erfolg
Tschaikowskys Eugen Onegin am Staatstheater Nürnberg Müsste die Tschaikowskys bekannteste Oper nicht eigentlich Tatjana heißen? Jein – denn die drei Akte der „Lyrischen Szenen“, wie der Komponist sein Werk gattungsmäßig nannte, könnten auch jeweils nach den Hauptpersonen der jeweiligen Akte benannt werden: Tatjana, Lenskij, Onegin. Wer jedoch die vermutlich beliebteste Szene, die Briefszene, und den…
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Unverzichtbar: für alle Mozart-Freunde
Mozart: Köchelverzeichnis. Neuausgabe 2024 Als müsst’s so sein, wurde ganz kurz vor der öffentlichen Präsentation des neuen Köchel-Verzeichnisses ein neuentdecktes Werk Wolfgang Amadé Mozarts quasi uraufgeführt: sinnigerweise in der Leipziger Oper vor einer Opernaufführung. Im Opus magnum, das nun herauskam, trägt es die Nummer KV 648, womit die Caßation aus dem C zu den kanonischen…
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Schönbergs Wagner, Straussens Wanze
In Wahnfried: Liederabend mit Werken von Wagner, Strauss und Schönberg Schönberg in Wahnfried? Dochdoch, das geht – auch wenn man mutmaßen könnte, dass Cosima Wagner, hätte sie die Klavierstücke op. 19 im Jahr ihrer Entstehung, also 1911, gehört, ihrer Verwunderung über derlei „jüdischen Unsinn“ Ausdruck gegeben hätte. Schönberg? Musikalische Moderne? Über so etwas sprach man…