Kategorie: Festivals

  • Keine Frage der Fassung

    Keine Frage der Fassung

    Glucks „Orpheus und Eurydike“ im Markgräflichen Opernhaus Bewahren Sie die Fassung! Den Satz möchte man denen zurufen, die am Abend meinen (Meinen ist in Kunstdingen nicht verboten), dass die Instrumente „zu historisch“ seien. Man kann, ja muss man da widersprechen, denn die Fassung von Christoph Willibald populärster Oper, die die Intendanz der Gluck-Festspiele in das…

  • Ein Abend, der sich gwosch‘n hot

    Ein Abend, der sich gwosch‘n hot

    An historischem Ort: Der Ring in einem Aufwasch Den meisten Spaß haben die, die den Ring musikalisch sehr genau kennen – den allermeisten Spaß aber haben jene, die den Ring kennen und zugleich Bayern-Fans sind, womit ausnahmsweise mal nicht die Fans des bekannten Fußballclubs gemeint sind. Also Wagner auf bayerisch, geht das? Es geht sehr…

  • Eine Materialschlacht: Wagners „Rienzi“ bei den Bayreuther Festspielen 2026

    Eine Materialschlacht: Wagners „Rienzi“ bei den Bayreuther Festspielen 2026

    Markus Kiesel über die „Bayreuther Fassung“ des Rienzi Siegfried Wagner dachte darüber nach, hat den Plan aber verworfen. Wieland Wagner dachte darüber nach und inszenierte die Oper immerhin in Stuttgart. Richard Wagners Rienzi erhielt nie einen Zugang zu den Bayreuther Festspielen. Nun wird es soweit sein: Im Sommer 2026 wird er zum ersten Mal auf…

  • Bayreuth Baroque, zum 7.

    Bayreuth Baroque, zum 7.

    Bayreuth Baroque, zum 7. Nein, die siebente Saison solle kein verflixtes siebentes Jahr werden, scherzt Clemens Lukas, der Geschäftsführer des Festivals Bayreuth Baroque, das 2026 planmäßig fortgeführt werden soll. Planmäßig? Man wird dann auch, so Gott und die Bauarbeiter wollen, das Friedrichsforum bespielen, wo man sich zunächst konzertant präsentieren wird. Die Hauptsache aber ist, neben…

  • Auch furios

    Auch furios

    Marina Viotti beim Bayreuth Baroque „Furie! Furie! Furie!“, brüllt das Publikum, aber keine Angst: Es meint nicht die Sängerin, sondern die wilden Geschöpfe, die von der endlich triumphierenden Judith wahrlich furios angesungen werden. Die Arie Armatae face et anguibus steht am Ende des offiziellen Programms, das einfach „Rezital“ heißt, aber eine Linie hat. Marina Viotti…

  • Irdische und himmlische Freuden

    Irdische und himmlische Freuden

    Suzanne Jerosme beim Bayreuth Baroque Il Generoso Cor – das edelmütige Herz: das Motto des des mit einer Stunde kurz-konzentrierten Konzertnachmittags sagt schon, wie die Stimme klingt. Suzanne Jerosme hat im wahrsten Sinn des Worts allerlei gesungen, sie kann die Mimi wie die erste Dame wie die Susanna, sie kann barocke Dramatik und Lyrik, sie…

  • Man müsste es erfinden…

    Man müsste es erfinden…

    Bayreuth Baroque 2025 – Ein Rückblick Am Ende seines Lebens kam Hermann Hesse wieder auf die musikalischen Götter seiner Jugend zurück. Bach und Händel hatte er immer verehrt und geliebt, nun hörte er auch, auf Schallplatten und in Konzerten, Pachelbel, Schütz und andere damalige Raritäten – also eine Musik, die seinerzeit zur „alten“ gezählt wurde.…

  • Große Oper, mit einfachen Mitteln

    Große Oper, mit einfachen Mitteln

    Mariana Flores beim Bayreuth Baroque Frage: Was ist eigentlich (und uneigentlich) der Höhepunkt des diesjährigen Festivals Bayreuth Baroque? Antwort: Es gibt keinen – weil man 1. Äpfel nicht mit Birnen vergleichen kann und 2. ein Solo-Recital die gleiche Intensität und künstlerische Dignität aufzuweisen vermag wie eine Oper. Man merkt es an einem Abend, der vier…

  • Ein Dream Team des Barockgesangs

    Ein Dream Team des Barockgesangs

    Julia Lezhneva & Franco Fagioli beim Bayreuth Baroque Gibt es so etwas wie ein Dream Team des Barockgesangs? Beim Festival Bayreuth Baroque immer wieder – und im speziellen Fall mit Julia Lezhneva und Franco Fagioli. „Julia Lezhneva und Franco Fagioli bezaubern das Publikum, und wir verstehen, dass das Liebesduett der Verzweifelten, das zum ersten und…

  • Ein barockes Fest

    Ein barockes Fest

    Francesco Cavallis Pompeo Magno beim Bayreuth Baroque Carneval! Das Wort fällt einem ein, sobald der erste Takt erklungen ist. Natürlich Carneval – denn Francesco Cavalli hat seine Opernkarriere im Venedig des 17. Jahrhunderts begonnen: als höchst gelehriger und sich von ihm emanzipierender Schüler des Claudio divino, also des göttlichen Claudio Monteverdi. „Wahrlich hat Francesco Cavalli…