Autor: Frank Piontek

  • Zwei Stars: Eine spannender als die Andere

    Zwei Stars: Eine spannender als die Andere

    Theater Hof: Battaglia und Rhaue spielen „Marilyn forever“ und „Twice through the Heart“ Die Kammerbesetzung sitzt nicht nur auf der Bühne und im Orchestergraben. Sie sitzt auch im Publikum; das Haus ist vielleicht zu einem Drittel gefüllt. Der Opernbesucher muss sich nicht wundern: Zwar steht mit Marilyn forever ein Titel auf dem Programm, das im…

  • Mit Ritchie durch die Stadt

    Mit Ritchie durch die Stadt

    Zisas „Wagner wähnt wundernd 2026“ im Jean Paul Art Space „Das Betreten der Ausstellung“, heißt es bei der Triggerwarnung, „geschieht auf eigene Gefahr“. Schließlich handele es sich bei Wagner um eine „umstrittene Person“. Na na! So schlimm ist es denn doch nicht, was Franziska Fröhlich alias Zisa im Rahmen des Festival 150 auf die Beine…

  • Adina, denkbar menschlich

    Adina, denkbar menschlich

    Coburg spielt Donizettis „L’elisir d’amore“ Sie heißt Hlengiwe Mkhwanazi. In Coburg ist sie eine Adina, die die vielfältig deutbare, psychologisch durchaus vielfältige Geschichte von Nemorino und seiner Angebeteten auf denkbar menschliche Weise auf die Beine stellt – womit noch nicht einmal ihre stimmlichen Kompetenzen genannt sind; eine Adina zu singen bedeutet ja nicht allein, eine…

  • Deutsch-tschechische Festspiele

    Deutsch-tschechische Festspiele

    Tamara Morozová und Demian Ewig in Wahnfried Die Stimme fährt sogleich angenehm ins Ohr: ein heller, aber zu Diskretionen fähiger, aussingender wie vollkommen tremolierender Sopran. Die Stimme gehört einer Slowakin; eingeladen hat sie die Deutsch-Tschechische Gesellschaft Bayreuth, die damit ihren konzertanten Beitrag zum Jubiläum Festival 150, also zur 150jährigen Wiederkehr des Jahrestags der ersten Bayreuther…

  • Wagners Politik = Wagners Sinnlichkeit

    Wagners Politik = Wagners Sinnlichkeit

    Stefanie Spindlers „Mythische Sinnlichkeit“ Es gibt solche Bücher: über Werke und Themen, die, von einem Punkt aus betrachtet, unversehens Bedeutungszuwächse erhalten, die vordem selbst jenen Beobachtern verborgen blieben, die sich „an sich“ mit den Werken und Themen gut auskennen – denn hat man nicht schön längst das Gebiet der sinnlichen Wahrnehmungen in den Werken Richard…

  • Sie entzückt das Publikum

    Sie entzückt das Publikum

    Landestheater Coburg: Strauss’ „Salome“ Was zeichnet eine gelungene Salome-Aufführung aus? Eine hervorragende Sängerin / Darstellerin der Salome. In Coburg gelang es. In Coburgs Ersatzbau, dem Globe, steht mit Flurina Stucki eine Herodiastochter und Höllenrose auf der Bühne, die der Hauptsache – der stimmlichen Anforderung – in Allem so gewachsen ist, dass Fragen betr. möglicher szenischer…

  • Über alle Maßen löblich

    Über alle Maßen löblich

    Ulm spielt Richard Wagners „Meistersinger von Nürnberg“ Nürnberg ist überall. Oder anders: „Nürnberg“ kann auch Ulm sein. Richard Wagners Nürnberg: Es war nie eine reale, sondern stets eine mythische Stadt, eine Kunstprojektion, mit Hans Sachs zu sprechen: Ein Traumbild – gelegentlich auch ein Albtraumbild. Man hat‘s in den letzten Jahrzehnten gesehen, da nicht mehr das…

  • Zwischen Tradition und Moderne

    Zwischen Tradition und Moderne

    Im Jubeljahr und bem Wagner-Verband: Stephan Mösch sprach über “Neubayreuth“ Recherchieren – lesen – kontextualisieren – interpretieren – thesenbilden – geschichtsschreiben: Derart könnte man den Sechsschritt bezeichnen, den eine informierte wie reflektierte Historiographie auszuzeichnen pflegt. Verstehen und verstanden werden. Eine Hörgeschichte der Bayreuther Festspiele – in der viersätzigen Vortragsserie, die Stephan Mösch, Professor für „Ästhetik,…

  • Ein Meisterwerk – endlich auch in Oberfranken

    Ein Meisterwerk – endlich auch in Oberfranken

    Theater Hof spielt Riccardo Zandonais „Romeo und Julia“ Am Abend versagte nicht nur die Dose ihren Dienst, mit der man „Morte ai Montecchi – Vendetta“ auf die Wände sprühen wollte. Oder anders begonnen: Was zeichnet ein sogenanntes „Provinztheater“ aus? Dass es, obwohl das angesetzte Werk das Gegenteil von Repertoire ist, möglich ist, den Ausfall einer…

  • Erweitert, poetisiert und vom Kopf auf die Füße gestellt

    Erweitert, poetisiert und vom Kopf auf die Füße gestellt

    „Leonce und Lena“ im Sommertheater der Studiobühne Bayreuth Ist es eine Komödie? Ist es eine Tragödie? Man mag sich an den bekannten Titel einer Erzählung Thomas Bernhardts erinnern, wenn man über Leonce und Lena nachzudenken beginnt. Georg Büchners „Lustspiel“ ist zumindest, wie die Formel zu lauten hat, ein verkehrtes, ja: Es ist eine Komödie der…