Bayreuth Baroque, zum 7.

Bayreuth Baroque, zum 7.

Nein, die siebente Saison solle kein verflixtes siebentes Jahr werden, scherzt Clemens Lukas, der Geschäftsführer des Festivals Bayreuth Baroque, das 2026 planmäßig fortgeführt werden soll. Planmäßig? Man wird dann auch, so Gott und die Bauarbeiter wollen, das Friedrichsforum bespielen, wo man sich zunächst konzertant präsentieren wird.

Die Hauptsache aber ist, neben dem Reigen der konzertanten Juwelen, die Oper, die im September 2026 ihre Bayreuther Erstaufführung erleben wird. Händel, dessen Flavio hier 2023 erfolgreich war, erhält mit Floridante einen Nachfolger. Die Oper ist rar, obwohl sie in einer Zeit entstand, die sich durch Händelsche Meisterwerke auszeichnet; Giulio Cesare ist ja keine Kleinigkeit. Die Frage, wieso diese Händel-Oper so selten gespielt wird, beantwortet Max Emanuel Cencic, auch 2026 in der Personalunion von Intendant, Regisseur und Sänger agierend, mit einer These: Vielleicht war es die starke Konkurrenz der Griselda des Londoner Konkurrenten Giovanni Bononci und / oder der Umstand, dass Floridante nicht über attraktive Sopran-Partien verfügt, dass die Oper bis heute floppte. Da es aber in der DNA des Festivals liegt, stets unbekannte Meisterwerke auszugraben, geschichtliche Opern lebensnah (darauf kommt es Cencic besonders an) in Erinnerung zu rufen und zu expandieren, indem man die „Archiv-Produktionen“ in die Welt schickt, passt Floridante glänzend in das Portfolio des Bayreuth Baroque. „Bayreuth Baroque strahlt aus“, wie Ursula Adamski-Störmer während der Pressekonferenz im markgräflichen Schloss Birken sagt – im Übrigen einer jener besonderen Plätze, die erst durch das Festival als Spielorte entdeckt worden sind.

Man darf sich also, was Floridante betrifft, auf ein Stimmfest der Altistinnen freuen, auch auf berühmte und noch nicht bekannte Sängerinnen und Sänger. Andreas Scholl wird 2026 sein Bayreuth Baroque-Debüt erleben, wenn er zusammen mit Emöke Baráth einen Duoabend gibt. Man wird drei junge Sopranisten – nein, sie heißen nicht „The three Sopranos“, sagt Cencic mit einem Augenzwinkern –in einem Programm erleben, auch Christophe Dumaux, wieder Julia Lehzneva und zum ersten Mal die Aufsteiger Federico Fiori, Maayan Licht und andere. Als Orchestra in Residence wird man im nächsten Herbst das Wrocław Baroque Orchestra erleben. Warum hat Cencic es engagiert? „Einfach, weil es gut ist“, sagt er. Und weil es mit seinen Mitteln den Raum der Barockoper erweitert, wie es Bayreuth Baroque nur angemessen ist.

Frank Piontek