• Deutsch-tschechische Festspiele

    Deutsch-tschechische Festspiele

    Tamara Morozová und Demian Ewig in Wahnfried Die Stimme fährt sogleich angenehm ins Ohr: ein heller, aber zu Diskretionen fähiger, aussingender wie vollkommen tremolierender Sopran. Die Stimme gehört einer Slowakin; eingeladen hat sie die Deutsch-Tschechische Gesellschaft Bayreuth, die damit ihren konzertanten Beitrag zum Jubiläum Festival 150, also zur 150jährigen Wiederkehr des Jahrestags der ersten Bayreuther…

  • Wagners Politik = Wagners Sinnlichkeit

    Wagners Politik = Wagners Sinnlichkeit

    Stefanie Spindlers „Mythische Sinnlichkeit“ Es gibt solche Bücher: über Werke und Themen, die, von einem Punkt aus betrachtet, unversehens Bedeutungszuwächse erhalten, die vordem selbst jenen Beobachtern verborgen blieben, die sich „an sich“ mit den Werken und Themen gut auskennen – denn hat man nicht schön längst das Gebiet der sinnlichen Wahrnehmungen in den Werken Richard…

  • Sie entzückt das Publikum

    Sie entzückt das Publikum

    Landestheater Coburg: Strauss’ „Salome“ Was zeichnet eine gelungene Salome-Aufführung aus? Eine hervorragende Sängerin / Darstellerin der Salome. In Coburg gelang es. In Coburgs Ersatzbau, dem Globe, steht mit Flurina Stucki eine Herodiastochter und Höllenrose auf der Bühne, die der Hauptsache – der stimmlichen Anforderung – in Allem so gewachsen ist, dass Fragen betr. möglicher szenischer…

  • Über alle Maßen löblich

    Über alle Maßen löblich

    Ulm spielt Richard Wagners „Meistersinger von Nürnberg“ Nürnberg ist überall. Oder anders: „Nürnberg“ kann auch Ulm sein. Richard Wagners Nürnberg: Es war nie eine reale, sondern stets eine mythische Stadt, eine Kunstprojektion, mit Hans Sachs zu sprechen: Ein Traumbild – gelegentlich auch ein Albtraumbild. Man hat‘s in den letzten Jahrzehnten gesehen, da nicht mehr das…

  • Zwischen Tradition und Moderne

    Zwischen Tradition und Moderne

    Im Jubeljahr und bem Wagner-Verband: Stephan Mösch sprach über “Neubayreuth“ Recherchieren – lesen – kontextualisieren – interpretieren – thesenbilden – geschichtsschreiben: Derart könnte man den Sechsschritt bezeichnen, den eine informierte wie reflektierte Historiographie auszuzeichnen pflegt. Verstehen und verstanden werden. Eine Hörgeschichte der Bayreuther Festspiele – in der viersätzigen Vortragsserie, die Stephan Mösch, Professor für „Ästhetik,…

  • Ein Meisterwerk – endlich auch in Oberfranken

    Ein Meisterwerk – endlich auch in Oberfranken

    Theater Hof spielt Riccardo Zandonais „Romeo und Julia“ Am Abend versagte nicht nur die Dose ihren Dienst, mit der man „Morte ai Montecchi – Vendetta“ auf die Wände sprühen wollte. Oder anders begonnen: Was zeichnet ein sogenanntes „Provinztheater“ aus? Dass es, obwohl das angesetzte Werk das Gegenteil von Repertoire ist, möglich ist, den Ausfall einer…

  • Erweitert, poetisiert und vom Kopf auf die Füße gestellt

    Erweitert, poetisiert und vom Kopf auf die Füße gestellt

    „Leonce und Lena“ im Sommertheater der Studiobühne Bayreuth Ist es eine Komödie? Ist es eine Tragödie? Man mag sich an den bekannten Titel einer Erzählung Thomas Bernhardts erinnern, wenn man über Leonce und Lena nachzudenken beginnt. Georg Büchners „Lustspiel“ ist zumindest, wie die Formel zu lauten hat, ein verkehrtes, ja: Es ist eine Komödie der…

  • Die „Wunderharfe“ in einer Wagner-Stadt

    Die „Wunderharfe“ in einer Wagner-Stadt

    Die Sächsische Staatskapelle zu Gast im Wiener Musikverein Wien ist eine Wagner-Stadt. Hier versuchte Richard Wagner den Tristan an der Hofoper uraufführen zu lassen, hier wohnte er, ein wenig an den Meistersingern komponierend, ein Jahr lang, und hier fand er seine Bayreuther Brünnhilde Amalie Materna, auch, mit Antonie Amann, eine reizende „kleine“ Walküre (wohnhaft Papagenogasse…

  • Keine Frage der Fassung

    Keine Frage der Fassung

    Glucks „Orpheus und Eurydike“ im Markgräflichen Opernhaus Bewahren Sie die Fassung! Den Satz möchte man denen zurufen, die am Abend meinen (Meinen ist in Kunstdingen nicht verboten), dass die Instrumente „zu historisch“ seien. Man kann, ja muss man da widersprechen, denn die Fassung von Christoph Willibald populärster Oper, die die Intendanz der Gluck-Festspiele in das…

  • Macht, Mythos und Musik

    Macht, Mythos und Musik

    Bernd Buchner stellte sein Wagner-Buch vor Wagners Welttheater – so heißt das Buch, das der Historiker Bernd Buchner kürzlich vorgelegt hat: eine „Geschichte der Bayreuther Festspiele zwischen Kunst, Politik und Religion“, die in einer ersten Fassung bereits 2013 veröffentlicht wurde. Nur waren in der Zwischenzeit so viele jüngere Dokumente aus den Archiven des Wagner-Clans zugänglich…